STADT KELHEIM Die topographische Lage der Kelhei mer Altstadt auf der natürlichen Halb insel welche die Mündung der Altmühl in die Donau bildet war seit jeher für eine geschützte Siedlung prädestiniert Reiche archäologische Funde bezeugen dass die ses Gebiet bereits in der Bronzezeit Schau platz zahlreicher menschlicher Siedlungen und Bestattungen war DAS KELTISCHE OPPIDUM ALKIMOENNIS Auf dem Michelsberg und talseitig zur Alt mühl hin errichteten die Kelten im zweiten vorchristlichen Jahrhundert das Oppidum Alkimoennis mit einer Fläche von mehr als 600 Hektar Damit zählt es zu den größ ten städtischen Siedlungen der Kelten in ganz Europa Alkimoennis war eine gigan tische eisenzeitliche Industriestadt in der im Tagebau Eisenerz abgebaut und vor Ort verhüttet wurde Die Schichten von Eisen Schlacke und Holzkohlen Brandresten im Waldboden auf dem Michelsberg sind an einigen Stellen fast drei Meter stark Die bis zu sechs Meter hohen Umfassungsmauern und Abschnittswälle haben eine Gesamt länge von über acht Kilometern und waren größtenteils als Pfostenschlitzmauer mit Stadtgeschichte von Kelheim Mit frühester Siedlungsgeschichte eine der ältesten Städte Bayerns Kolorierter Stich Kelheim mit Kapelle Maria Fels um 1860 senkrechten Baumstämmen und dazwischen geschichteten Kalksteinplatten ausgeführt Bereits um die Mitte des ersten Jahrhunderts v Chr wurde die Siedlung aufgegeben Ver mutlich waren die Wälder im Umkreis weit gehend abgeholzt und der enorme Bedarf an Holzkohle zur Eisenverhüttung konnte nicht mehr gedeckt werden DAS WITTELSBACHISCHE KELHEIM Das mittelalterliche Kelheim entstand aus mehreren einzelnen Siedlungskernen Oberkelheim mit der ältesten Kirche St Michael die Siedlung um den heutigen Alten Markt und das Dorf Gmünd am lin ken Ufer der Altmühl sowie die direkt am Brückenkopf der Donaubrücke gelegene Burg Die ältesten urkundlichen Nennun gen einer Siedlung mit dem Namen Che leheim gehen bis in die Jahre 863 885 zurück Ältere Deutungen des Ortsna mens Kelheim als Heim der Kelten oder eine Herkunft vom Wort Kelter infolge des Weinbaus an den umgebenden Tal hängen sind nicht nachweisbar und auch wenig wahrscheinlich Vermutlich leitet sich der Ortsname vom althochdeutschen Chela für eine topografische Kehle einen markanten Geländeeinschnitt ab und bezeichnet somit die Lage des Ortes am Ausgang des Donaudurchbruchs Die Anfänge der Kelheimer Burg lassen sich durch archäologische Befunde in die Zeit um das Jahr 1000 datieren Ihre Lage auf einer langgestreckten Insel in der Donau war ideal für die Errichtung einer Befestigung zur Sicherung des strategisch bedeutsamen Donauübergangs Um 1100 besaß die Burg eine halbkreisförmige Ringmauer mit vorge lagertem Wall und Graben Seit 1130 waren dort wittelsbachische Ministerialen ansäs sig welche die Titel Marschall und Schenk trugen und sich über mehrere Generationen Ulrich bzw Liutold von Kelheim nannten Ende des 12 Jahrhunderts unter dem bayeri schen Pfalzgrafen und ab 1180 Herzog Otto I wurde das Castrum Chelhaim zur bevorzugten Residenz der Wittelsbacher Dessen Sohn Lud wig 1173 wohl in dieser Burg geboren erhielt später gar den Beinamen Der Kelheimer Das von Aventinus 1477 1534 dem ers ten bayerischen Landeshistoriker genannte Jahr der Stadtgründung Kelheims 1181 ist durch mittelalterliche Urkunden nicht nach weisbar Aventinus nennt ein entsprechendes Stadtgründungsprivileg von Herzog Otto I RegionalFit 35

Vorschau Regional Fit 9/2020 Seite 35
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