Die Reform für Riedenburg und Umgebung wurde in der Zeit vom 1 1 1972 bis 1 5 1978 durchgeführt Im Jahre 1970 kam das Bayer Staatsministerium des Inneren München unter der Leitung des Herrn Ministers Dr Bruno Merk zu der Einsicht dass die Zukunft der ländlichen Gemeinden am besten durch freiwillige Zusammenschlüsse nach Art 11 Abs 2 der Bayer Bauordnung i D F des Gesetzes vom 25 Juni 1952 GVBl S 19 gesi chert werden kann Für den Fall von freiwil ligen Eingemeindungen wurden vom Staat eine finanzielle Hilfe in Form von Sonder schlüsselzuweisungen nach Art 3 a FAG zugesagt Durch diese freiwilligen Zusammenschlüsse soll die Verwaltungskraft der Gemeinden gesteigert werden Im Falle der Gemeindegebietsreform im Bereich Riedenburg konnte es sich nur um Eingliederungen einzelner Gemeinden han deln In diesen Fällen wurden zwischen 1972 und 1978 insgesamt elf Gemeinden aufge löst und die Gemeindegebiete und ihre Bür ger in die Stadt Riedenburg eingegliedert Gemeindegebietsreform Riedenburg Grundlage für freiwillige Zusammen schlüsse waren jeweils ein zustimmender Gemeinderatsbeschluss Im Zusammenschluss mit den Eingliederun gen wurden auch im Jahre 1972 und 1978 Gemeindewahlen durchgeführt Vor dem 1 1 1972 hatte die Stadt Riedenburg 2 470 Einwohner Durch die Eingemeindung der sieben Gemeinden Buch Eggersberg Hattenhausen Otterzhofen Perletzhofen Schaitdorf und Thann erhöhte sich die Ein wohnerzahl unter Berücksichtigung von Zu und Abgängen auf 3 896 Personen Nach Abschluss der Gemeindegebietsre form für die Großgemeinde Riedenburg nun auch mit Jachenhausen Meihern Bai ersdorf und Prunn zum 1 5 1978 betrug die Einwohnerzahl insgesamt 4 808 Personen Die Gemeindegebietsreform hat in der prak tischen Auswirkung eine Reihe positiver Aspekte aber auch negative Seiten gebracht Der Stadtrat beschloss im Frühjahr 1972 anstelle eines ehrenamtlichen Bürgermeis ters eine hauptamtliche Kraft anzustellen Dies war im Hinblick auf den um das doppelte angestie genen Personenzuwachs aber auch wegen der groß flächigen Gemeinde mit über 100km2 erforderlich Zu bemerken ist dass das Straßennetz der Gemein deverbindungsstraße und der Ortsstraßen auf über 110 km anwuchs Feld und Waldwege nicht eingeschlossen In räumlicher Hinsicht war das alte Rathaus am Marktplatz zu klein Um diesem Übelstand abzu helfen wurde mit einer guten Finanzierung das ehemalige Finanzamts gebäude im Neustadt teil vom Freistaat Bayern angekauft und für die Belange der Stadtver waltung umgebaut sowie zusätzlich ein neuer Sit zungssaal errichtet Die negative Seite ist dass sich der Bürger der eingegliederten Gemeinden vor Einglie derung jederzeit auch außerhalb der Amts stunden an seinen Bürgermeister oder an die Gemeinderäte wenden konnte Zusammenfassend kann gesagt werden dass die Vorteile der Gemeindegebietsreform die Nachteile sowohl in finanzieller Hin sicht wie auch in der Gesamtbetreuung des Großgemeindegebietes weitaus überwiegen Hierbei braucht nur auf die Möglichkeit des Kindergartenbesuchs der Gliederung des Schulwesens der Betreuung der Straßen besonders im Winterdienst der Schaffung von Wanderwegen und der allgemeinen von fachkundigen Kräften ausgeführten Verwal tungsaufgaben hingewiesen werden Auf die finanziellen Möglichkeiten der Großge meinde sei besonders verwiesen Die in den Jahren 1972 bis 1978 durchge führte Gemeindegebietsreform zu einer Großgemeinde Riedenburg kann man als gelungen bezeichnen TEXT JOSEF SCHNEIDER RIEDENBURG 1981 B ild K ar te S ta d t R ie d en b ur g Das alte Rathaus am Marktplatz nun Tourist Information RegionalFitFRÜHLINGSAUSGABE 45

Vorschau Regional Fit 38 Seite 45
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